Kategorie: Cloud Computing
8. September 2014 //

Marktplätze für Cloud-Services – Wohin geht die Reise?

Marktplätze sind bekanntermaßen Orte, an denen Menschen die unterschiedlichsten Waren austauschen. Es gibt sie seit tausenden von Jahren in vielfältiger Form und meist für klar umrissene Kreise von Anbietern und Käufern. Beispielsweise aus einer Region, einer Bevölkerungsgruppe, einer Zunft, einer Branche oder einer wie auch immer gearteten Interessengemeinschaft. Mit dem Internet und der Cloud hat der Marktplatz-Gedanke eine Renaissance erlebt.

Aber wo geht die Reise hin?

Die Bedeutung von Marktplätzen – Blick in die Geschichte
Denkt man auf die Märkte früherer Zeiten zurück, dann entstehen vor dem inneren Auge lebendige Orte, an denen neben Waren auch Neuigkeiten, Wissen und Ideen ausgetauscht wurden – auch aus den entferntesten Winkeln eines Landes oder gar der bekannten Welt. Das war auf dem antiken Forum vermutlich noch mehr der Fall als auf einem Marktflecken des Mittelalters, aber allgemein gilt: Das Bedürfnis zu handeln und zu kommunizieren ist alt und einer der wichtigsten Kulturtreiber der Menschheit.

Zu Beginn stand der Tausch Ware gegen Ware. Später wurde der Tauschhandel über die Erfindung des Geldes und des Kreditwesens indirekt. Das Geschäft kam dabei immer zwischen dem Anbieter und dem Käufer zustande, wobei Eigentumsrecht oder Besitz mit dem Abschluss des Kaufs auf den Käufer übergingen. Das Recht, einen Markt abzuhalten, wurde ab dem Mittelalter von der entsprechenden Obrigkeit vergeben (Stadt, Landesherr, Kaiser). Und dieses Recht sowie den Schutz der Handeltreibenden ließ man sich bezahlen: vielfach wurden Zölle auf die Marktwaren oder Marktgebühren erhoben. Trotz der Kosten war es ein Erfolgsrezept: die Leipziger Messe etwa war ab der frühen Neuzeit einer der bedeutendsten Handelsplätze Europas und entwickelte sich aus den Jahrmärkten der Stadt. Die Institution Marktplatz war dabei nicht der Vertragspartner der Händler und Käufer, sondern lediglich ein regulierter, sicherer Handelsraum. In der jüngeren Vergangenheit entstanden freilich auch erweiterte Markplatz-Konzepte, bei denen der Markt selbst Vertragspartner der Kaufenden wurde. Dazu zählen die Kaufhäuser, die nach dem Boom im letzten Jahrhundert nun langsam von der Bildfläche verschwinden, oder die beliebten Super-Märkte.

Marktplätze im Internet – die Gegenwart
Der größte Marktplatz, den wir je ins Leben gerufen haben, ist das Internet. Jeder kann mitmachen, sich präsentieren und auf Interessenten hoffen – bei verhältnismäßig geringer Regulierung. Um in den Weiten des Webs nicht unsichtbar zu bleiben, sind Portale zu spezifischen Angeboten und Sparten entstanden: Buch-, Automobil- und Immobilienhändler, um nur einige Bespiele zu nennen, haben sich im Internet etabliert. Auch das Kaufhaus als Vollsortimenter hat online zu neuer Blüte gefunden. Hinzu kommt der Typ des elektronischen Marketplace, der dem  Prinzip des ursprünglichen Marktplatzes noch am ehesten folgt. Im Vordergrund steht dabei der Handel mit physischen Waren und Gütern.

Marktplätze für Cloud-Services – Zukunftstrend
Wie sieht es aber mit dem Handel von Software, Nutzungsrechten, Dienstleistungen und virtueller Rechenleistung aus? Aktuell geht der Trend hier zu Marktplätzen für Cloud-Services mit dem Schwerpunkt auf Nutzungsrechten. Der Kunde erhält das Recht, einen virtuellen Rechner oder eine Software über das Internet in einem vereinbarten Leistungsumfang zu nutzen. Er wird weder Eigentümer noch Besitzer der virtuellen Rechner oder der Software. Lediglich die Daten, die durch den Dienst verarbeitet werden, gehören ausschließlich ihm. Das Angebot an Marktplätzen für Cloud-Services ist grundsätzlich für jedermann erreichbar und unbegrenzt, allerdings haben sich – nach Leistung, Branchen und Struktur differenziert –unterschiedliche Cloud-Marktplätze entwickelt.

Welche Modelle es gibt, erfahren Sie in meinem nächsten Beitrag.


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