Digitalisierung im HR-Bereich neu denken

von Felix Wirges - 2. Juli 2020, 14:55

Kategorie: Personalmanagement

HR Studie 2020: Status quo der Digitalisierung in HR

Im Zeitraum von Oktober 2019 bis Januar 2020 haben Prof. Dr. Anne-Katrin Neyer und ich vom Lehrstuhl für Personalwirtschaft und Business Governance [1] der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Matthias Kunisch von der forcont business technology gmbh den Status-Quo der Digitalisierung im HR-Bereich untersucht. Grundlage unserer Studie waren die Ergebnisse aus einer Online-Befragung von 117 Personen aus dem HR-Umfeld. Ziel war es, einen detaillierten Einblick in den Fortschritt der digitalen Transformation in den Bereichen HR-Analytics und -Automatisierung zu erlangen.

Die Studie zeigt, dass altbekannte Themen weiterhin an der Spitze der strategischen Herausforderungen des HR-Bereiches stehen: der Fachkräftemangel sowie die Digitalisierung und Automatisierung von Personalprozessen. Positiv hervorzuheben ist, dass der digitale Wandel immer stärker in den Köpfen der verantwortlichen Personaler verankert ist und Thematiken wie zum Beispiel die datengestützte Entscheidungsfindung in den Vordergrund rücken. Digitalisierung geht dabei mittlerweile über die reine Nutzung von Tools hinaus. War es früher der Übergang von analogen hin zu digitalen Arbeitsweisen und Methoden, muss die Digitalisierung im HR-Bereich heutzutage einen strategischeren Part einnehmen. Die datengestützte Entscheidungsfindung kann eine Möglichkeit sein, administrativen Aufwand zu reduzieren und mehr Zeit für strategische Kernthemen zu gewinnen. Jedoch befindet sich vor allem diese Thematik erst in den Kinderschuhen und stellt den HR-Bereich vor viele Hürden und Probleme. 78 Prozent der Befragten nennen heterogene IT-Systeme und -Tools als den größten Faktor, der die Datenerhebung erschwert. Für 40 Prozent sind die unzureichenden Möglichkeiten, Daten aus den eingesetzten Softwarelösungen weiter zu verarbeiten ein gravierender Grund. 15 Prozent haben sogar gar keinen Zugriff auf diese Daten. Neben diesen IT-spezifischen Problemen lassen sich aber auch ganz klar Defizite in den notwendigen Kompetenzen der Mitarbeiter wiederfinden. So offenbaren 41 Prozent bzw. 30 Prozent der Befragten, dass das statistische bzw. informationstechnische Wissen für Datenanalysen im HR-Bereich nicht vorhanden ist.

Probleme bei der Erhebung von Daten im Personalwesen

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die zunehmende Bedeutung sowie der Einsatz von Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien (KI, Robotics etc.) dazu führen können, dass die Arbeit im Personalwesen neu gedacht werden muss. Die bis jetzt noch hauptsächlich operativen Routineaufgaben wird es in dieser Form in wenigen Jahren nicht mehr geben. HR muss sich damit auseinandersetzen, welche Kompetenzen und Aufgabenfelder stattdessen in Zukunft gefragt sind. Dieser Diskussion bedarf es jetzt, da sich disruptive Technologien weiterhin exponentiell weiterentwickeln werden. Anderenfalls wird der HR-Bereich bald vor größeren Herausforderungen stehen. Menschliche Fähigkeiten wie analytisches Denken, Kommunikation und Kreativität werden an Bedeutung gewinnen.

In Bezug auf den Aspekt des Fachkräftemangels müssen Personaler sich verstärkt auf das interne Recruiting und die Personalentwicklung fokussieren. Es gilt Kompetenzen und Wissen deutlicher herauszustellen und transparenter zu gestalten, sodass die internen Ressourcen effektiver genutzt werden können. Daher sollte dringend daran gearbeitet werden, dass für Qualifizierung und Entwicklung von Personal mehr Zeit zur Verfügung steht.

Ziel: Für Recruiting und Personalentwicklung mehr Zeit gewinnen

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Grundvoraussetzungen für die strategische Digitalisierung der HR-Arbeit bei den meisten Unternehmen vorhanden sind. Sie wird jedoch von vielen noch nicht als Enabler zur strategischen Ausrichtung des HR-Bereichs verstanden. Dieses mangelnde Verständnis mag auf die zeitfressende operative Arbeit zurückzuführen sein, die zu wenig Freiraum für das Aneignen von Kompetenzen in digitalen Themen lässt. Dennoch rate ich dazu, diesen Themen mehr Zeit einzuräumen und nicht als reine IT-Digitalisierungsprojekte zu verstehen. Denn das ist die beste Chance, um die zeitintensive operative Arbeit um ein Vielfaches zu reduzieren und somit Ressourcen effektiver einzusetzen.

Unter folgendem Link ko╠łnnen Interessierte die Studie kostenfrei herunterladen:

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[1] Lehrstuhl für Personalwirtschaft und Business Governance: https://personal.wiwi.uni-halle.de/

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